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Klinischer Test

klinischer Test der Wirkung des von uns entwickelten diabetischen Brötchens auf den blutzuckerspiegel von Diabetiker typ 2

Diabetes mellitus Typ 2 ist eine chronische metabolische Stoffwechselstörung, die von einer insulin- oder sekretionsabhängigen Störung verursachten Hyperglykämie charakterisiert ist (3). Das zentrale krankheitsauslösende Geschehen von Diabetes mellitus Typ 2 ist die Insulinresistenz. Diebetes kommt oft zusammen mit anderen Komplikationen vor, wie z. B. hohe Triglycerid-Werte, niedriges HDL-Cholesterin, Mikroalbuminurie, Hypertonie, chronisches Übergewicht, Koagulationsveränderungen, ischämische Herzkrankheit (6). Der Diabetes spielt für mikrovaskuläre und auch makrovaskuläre Komplikationen eine entscheidende Rolle. Das Risiko von Mikroangiopathie kann durch die Therapie der Hyperglykämie und/oder des hohen Blutdrucks reduziert werden. Zugleich kann die Gefahr der Makroangiopathie durch die Behandlung von Dyslipidämie und/oder durch Blutzuckereinstellung vermindert werden (7). Diät und Bewegung sind in die Anfangsphase der Therapie der Betroffenen von Diabetes mellitus Typ 2 einbezogen.

In Ungarn steigt die Anzahl der Patienten von Jahr zu Jahr, die an Stoffwechselstörungen leiden, und innerhalb dessen gibt es zahlreiche, die von Diabetes mellitus Typ 2 betroffen sind (ca. 500-600 tausend Personen).

In unserem Land stehen nur wenige diätetische Nahrungsmittel zur Verfügung, die aus allen Aspekten, sowohl betreffend ihre Zutaten als auch ihre Appetitlichkeit zur Nahrung der Diabetiker geeignet sind. Diesem Mangel hilft das von uns entwickelte, auch Guar-Gummi (E 412) enthaltende diabetische Brötchen ab. Laut den gültigen Vorschriften kann ein Lebensmittelprodukt in die Nahrung der Diabetiker einbezogen werden, wenn sein Gesamtkohlenhydratgehalt verglichen mit den sonstigen Lebensmitteln um 30% weniger ist. Die Zusammensetzung der Nahrungsprodukte kann über die konventionelle Weizenmehlbasis mit solchen neuen Kohlenhydratkomponenten erweitert werden, die laut der Literatur hervorragende Blutzuckerwert reduzierende Zusatzstoffe sind. Ein solcher Zusatzstoff ist der Guar-Gummi (E412), der als Bindemittel in der Lebensmittelindustrie bekannt ist. Der Guar-Gummi gehört zu den Polysacchariden mit großem Molekulargewicht. Es ist ein sog. resistentes Polysaccharid, das den Verdauungsenzymen meistens widersteht. Der Guar-Gummi ist ein natürliches Mittel. Die Guar-Pflanze (Cyamopsis tetragonoloba) gehört zu den Leguminosen (Leguminasae), und der Guar-Gummi ist ein zu den Zellulosen gehörende Polysaccharid, das aus dem Endosperm des Samens gemahlen ist.

Die Guar-Pflanze ist in Indien und Pakistan einheimisch. Der Hauptbestandteil von Guar-Gummi ist Guaran, dessen Hauptkette aus 14 gebundenen ß-D-Mannopiranos-Resten ist, und an seine Seitenkette verknüpfen 16 gebundene Alfa-D-Galaktopirano-Reste. Aus seinen zahlreichen biologisch wertvollen Eigenschaften möchten wir jetzt nur eine hervorheben, u. z., dass er die unerwünschte postpandriale Hyperglykämie stark reduzieren kann (1, 2). Laut den Angaben von Matzkies et al. kann schon 12 g Guar-Kernmehl pro Tag die Blutzuckerwerte bedeutend verbessern (5). Gatenby et al. berichteten über eine Gruppe von Patienten mit Diabetes Typ 2, deren Frühstück 7,6 g Guar-Gummi (E412), bzw. 75 g Kohlenhydrat enthielt, und bei diesen Patienten war signifikante Ermäßigung der postpandrialen Hyperglykämie im Vergleich mit der Kontrollgruppe zu beobachten (4).

Als Ergebnis unserer Forschungsarbeit wurde eine diätetische Nahrungsmittel-Familie entwickelt, wo Guar-Gummi (E412) 10% des gesamten Kohlenhydratgehaltes beträgt. Dieser Zusatzstoff ermöglicht einerseits, dass diese Nahrungsmittel-Familie den Vorschriften entsprechend um 30% weniger Kohlenhydratgehalt aufweist, und die Patienten davon mehr verzehren dürfen. Andererseits hat er noch eine weitere positive Wirkung, u. z. ermäßigt die Schwankungen in den postprandialen Blutzuckerwerten. Die Ermäßigung der postpandrialen Hyperglykämie vermindert das Risiko der vaskulären Komplikationen bei den Patienten betroffen von Diabetes Typ 2.

Mit den klinischen Tests wollten wir die Vorkenntnis unterstützen, dass nach dem Verzehr eines Testfrühstücks, das 45 g Kohlenhydrat und 4,5 g Guar-Gummi (E412) enthält, signifikantes Absinken des Blutzuckergehaltes, hingegen nach einem konventionellen Frühstück ohne Guar-Gummi Zusatz (E412) mit gleichem Kohlenhydratgehalt der Anstieg des Blutzuckergehaltes zu erfahren ist.

Patienten und Verfahren: Neun Patienten betroffen von Diabetes Typ 2, die keine Insulinbehandlung brauchten, wurden in die Prüfung einbezogen. Die Angaben der Patienten: Lebensalter: 57,2 ± 3,3 Jahre; Dauer der Krankheit: 10,1 ± 3,4 Jahre, BMI: 28,8 ± 0,9 kg/m2, RR: 136,7 ± 4,1/86 ± 1,7 Hgmm, HBA 11: 7,7 ± 0,4, Durchschnitt ± SE. Vor dem Test wurden die Patienten einer ausführlichen Laboranalyse unterworfen. Die Personen, die unseren Testbedingungen entsprachen, wurden über den Test ausführlich aufgeklärt. Sie wurden nur nach der Unterzeichnung einer Zustimmungserklärung in den Test einbezogen. Der Test dauerte zwei Tage lang. Am ersten Tag aßen die Patienten ein konventionelles Frühstück und am zweiten Tag ein Testfrühstück. Als konventionelles Frühstück wurden Weißbrötchen angeboten (mit 30 g Kohlenhydratgehalt je). Als Testfrühstück wurden Testbrötchen mit 2 g Guar-Gummi (E412) als Zusatzstoff angeboten, deren Kohlenhydratgehalt um 30% weniger war (20 g je). Die Zutaten des Testbrötchens sind angegeben wie folgt: Energiegehalt: 1008 kJ/100 g (240 kcal), 544 kJ/Brötchen (130 kcal); Eiweiß: 17,6%, Fett: 0,7%, Kohlenhydrat: 40,2%, Guar-Gummi-Gehalt (E412): 2 g/Brötchen. Die Patienten aßen 1,5 Stück Weißbrötchen am ersten Tag und 2 und ¼ Stück diätetisches Brötchen am zweiten Tag, wodurch sie an beiden Tagen 45 g Kohlenhydrat pro Frühstück verspeist haben. Die Patienten tranken zuckerfreien Tee als Flüssigkeit zum Frühstück. Die Blutzuckerspiegel der Patienten wurden in Bluttests geprüft. Vor dem Frühstück wurde der nüchterne Zuckerwert festgestellt, und nach dem Frühstück in den 30., 60., 90., 120. bzw. 180. Minuten wurden die Blutzuckerwerte getestet. Die biometrische Datenanalyse (Durchschnitt±SE) erfolgte mit einfacher Varianzanalyse. Der Unterschied war signifikant, wenn p< 0,05. Die Patienten wurden zwei Tage lang, im Laufe des Tests, laut des Prüfungsprotokolls kontrolliert. Im Falle einer eventuellen Hypoglykämie wäre es möglich gewesen, den Test sofort einzustellen, aber es ist bei keinem der Patienten dazu gekommen. Die Patienten waren aufgeklärt, dass sie natürlich irgendwann während der Testperiode, besonders im Falle einer eventuellen Nebenwirkung, mit der Ambulanz für Diabetiker oder mit den Ärzten, die an der Klinik den Test leiteten (Dr. Csaba Lengyel und Dr. Tamás Várkonyi) in Verbindung treten sollen.

Resultate: Während des Tests erwiesen sich die Blutzuckerspitzen gemessen nach den Testbrötchen signifikant niedriger als nach den Kontroll-Weißbrötchen (vc: 11,5±0,6 mmol/1 vs 13,5±0,7 mmol/l Brötchen mit Guar-Gummi (E412) Zusatzstoff vs. Kontroll-Weißbrötchen, p<0,05). Auch der höchste Glukoseanstieg im Blut war signifikant niedriger nach dem Verzehr des Testbrötchens, als nach dem Frühstück, das aus Kontroll-Weißbrötchen bestand (Δ max 3,5±0,5 mmol/l vs 5,6±0, 7 mmol/l, Brötchen mit Guar-Gummi (E412) Zusatzstoff vs. Kontroll-Weißbrötchen, p<0,05).

Zusammenfassung: Die Ergebnisse des klinischen Tests haben unsere Hypothese, dass nach dem Verzehr eines Testfrühstücks, das 45 g Kohlenhydrat und 4,5 g Guar-Gummi (E412) enthält, signifikantes Absinken des Blutzuckergehaltes, hingegen nach einem konventionellen Frühstück ohne Guar-Gummi (E412) Zusatz mit gleichem Kohlenhydratgehalt, der Anstieg des Blutzuckergehaltes zu erfahren ist. Das Testbrötchen sorgte für eine positive Wirkung betreffend sowohl den maximalen Blutzuckerwert als auch den höchsten Glukoseanstieg im Blut und das konnte statistisch unterstützt werden. Das Symptom von Hypoglykämie oder irgendeine Nebenwirkung ist während des Tests nicht vorgekommen.

Benutzte Literatur

1 ) Blackburln N. A., Redfern J. S. Jarjis H, Holgate A M HanningJ.H.B. Scarpelloj H. B & Read N. W.: (1984) The mechanism of action of guar gum in improving glucose tolerance in man. Clinical Science. 66, 329-336.

2) David J. A., Jenkins M. D. Anthony R. Leeds M. D. Miguel A. Gassull M D. Cochet

B. M. D. & K. George M. M. Alberti M. D.: Decrease Ill Postprandial Insulin and Glucose Concentrations by Guar and Pectin. Annals of Internal Medicine 1977, 86, 20-23.

3) Gatenby S. J., Ellis P. R., Morgan L. M. & Judd P. A.: Eftect of partially depolymerrized guar gum on acute metabolic variables in patients with non-insulin-dependent diabetes. Diabetic Medicine, 1996, 13( 4 ): 3 58-364.

4) Expert Committee on the Diagnosis and Classification or Diabetes Mellitus Report of the Expert Committee on the Diagnosis and Classification of Diabetes Mellitus. Diabetes Care 1999, 22 (SI). 5-19.

5) Matzkies F. (1980): Die Bedeutung der Faserstoffe für die Ernährungstherapie des Diabetes mellitus. Diabetes Journal. 12. 482-486. i:

 6) Reaven GM: lnsulin resistance and its consequences: non-insulin dependent diabetes mellitus and coronary heart disease. ln: Le Roith D, Taylor S, Olefsky JM, eds Diabetes Mellitus. Philadelphia, P A. Lippincott-Raven 1996, 509-519.

7) UK Prospective Diabetes Study Group (UKPDS 38): Tight blood glucose control and risk of macrovascular and microvascular complications in type 2 diabetes, Br Med J 1998,317:703-713.

Szeged, den 22 Dezember, 2001

Dr. Csaba Lengyel                                                                 Dr. Tamás Várkonyi

     Adjunkt                                                                             Adjunkt

R. TAKÁCS; T. VÁRKONYI; CS. LENGYEL; R. RÓKA; M. LÁZÁR; P-NÉ ÁCS; L. PÁVICS & J. LONOVICS (2002): Nagy molekulatömegű poliszacharid (guar gumi) hatékonyságának vizsgálata a 2-es típusú cukorbetegség diétás kezelésében. Diabetologia Hungarica. X. 1.p:75. (Die Wirksamkeit der Polysaccharide (Guar-Gummi) in der diätetischen Behandlung von Diabetes Typ 2)

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